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Autonome Kehrmaschine
© Wirtschaftsbetriebe Duisburg
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Duisburg entwickelt autonome Kehrmaschine

Stadtreinigung ohne Fahrer: In Duisburg geht 2027 eine sensationelle Entwicklung an den Start.

Veröffentlicht: Montag, 12.01.2026 03:45

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Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg arbeiten an einer Revolution der Straßenreinigung: Eine selbstfahrende Kehrmaschine soll künftig vollautomatisch durch die Stadt fahren und reinigen – gesteuert aus einer Leitstelle. Das Projekt "ME.LAK" läuft seit Mai 2025 und wird vom Land NRW gefördert.

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Vollautomatische Reinigung mit Fernüberwachung

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Im Mittelpunkt steht eine vollelektrische Kehrmaschine, die nach SAE-Level 4 autonom arbeitet. Das bedeutet: Das Fahrzeug erledigt alle Aufgaben selbstständig – vom Aufladen des Akkus über die Straßenreinigung bis zur Entleerung der Schmutzbehälter. Geschulte Mitarbeiter überwachen den Betrieb aus einer Leitstelle und greifen nur bei Bedarf ein. Die Kehrmaschine soll ihre geplanten Fahrmanöver für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer verständlich signalisieren. Eine Software plant die Reinigungsrouten und passt sie bei Bedarf an die aktuellen Gegebenheiten an.

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Antwort auf Fachkräftemangel und körperliche Belastung

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Der Hintergrund des Projekts: Die Stadtreinigung kämpft mit Personalmangel und der hohen körperlichen Belastung der Mitarbeiter. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an moderne, digitale Arbeitsprozesse. ME.LAK verbindet technologische Innovation mit neuen Berufsperspektiven. "ME.LAK zeigt, wie wir kommunale Dienstleistungen zukunftsfähig gestalten können: durch intelligente Automatisierung, neue Berufsbilder und eine menschenzentrierte Perspektive", erklärt Thomas Patermann, Vorstandssprecher der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Das System schaffe nicht nur effizientere Abläufe, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen.

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Neue Arbeitsplätze in der Leitstelle

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Ein wichtiger Aspekt: Das Projekt schafft ein neues Berufsbild. In der Leitstelle entstehen Arbeitsplätze für Remote-Piloten, die mehrere Kehrmaschinen gleichzeitig überwachen. Diese Tätigkeit ist körperlich weniger belastend und bietet auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität neue Beschäftigungsmöglichkeiten.

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Fünf Partner entwickeln gemeinsam

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Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg führen ein Konsortium aus fünf Partnern an:

  • Schotte Automotive entwickelt die automatisierte Betriebsstätte und die Leitstelle
  • Die Universität Duisburg-Essen erarbeitet Sicherheitskonzepte und untersucht die Akzeptanz
  • Krankikom gestaltet die Kommunikationsschnittstellen zwischen Fahrzeug, Leitstelle und Umfeld
  • Bucher Municipal entwickelt die autonomen Fahrfunktionen und Navigationssysteme

Das Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie NRW fördert das Projekt mit Mitteln aus dem EFRE/JTF-Programm 2021-2027.

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Erste Tests ab Mitte 2026 geplant

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Der Zeitplan sieht vor: Mitte 2026 starten erste Testfahrten in einem gesicherten Bereich auf einem Betriebshof der Wirtschaftsbetriebe. Im Jahr 2027 soll der Testbetrieb auf den betrieblichen Flächen beginnen. Das gesamte Projekt läuft bis April 2028. Langfristig könnte das System in Smart-City-Strategien eingebunden und auf andere Kommunen übertragen werden. Was in Duisburg entsteht, könnte vielen Städten in Deutschland und Europa neue Wege in der Stadtreinigung aufzeigen.

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