
Die Stadt Duisburg hat die Zusammenarbeit mit der Deutschen GigaNetz GmbH vorzeitig beendet. Grund sind nicht eingehaltene Zusagen beim geplanten Glasfaserausbau. Jetzt übernimmt die städtische Duisburg CityCom große Teile des Projekts.
CityCom baut Glasfaser in Homberg, Baerl und Rheinhausen aus
Die Duisburg CityCom wird den Glasfaserausbau in den Stadtteilen Homberg, Baerl und Rheinhausen übernehmen. Damit sichert die Stadt die Versorgung dieser Bereiche mit schnellem Internet über einen kommunalen Anbieter. Für die übrigen Gebiete, in denen ursprünglich GigaNetz tätig werden sollte, sucht die Stadtverwaltung derzeit nach alternativen Anbietern. Der Glasfaserausbau soll trotz des Partnerwechsels fortgesetzt werden.
Bestehende GigaNetz-Verträge laufen weiter
Bürger, die bereits einen Vertrag mit der Deutsche GigaNetz GmbH abgeschlossen haben, können ihre Anschlüsse weiterhin nutzen. Die bestehenden Verträge bleiben zunächst bestehen. Nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit besteht die Möglichkeit zur monatlichen Kündigung.
Stadt bietet Beratungstermine an
Die Stadt Duisburg richtet zwei Sprechstunden zum Thema Glasfaserausbau ein. Interessierte Bürger können sich am 2. Februar und am 5. März informieren und ihre Fragen zum weiteren Ausbau klären.
Vorteile des Anbieterwechsels
Der Anbieterwechsel bedeutet grundsätzlich, dass sich die Vertragskonditionen verändern können. Die Zusammenarbeit mit der DCC hat laut Stadt den Vorteil, dass diese auf bereits bestehende Trassen zurückgreifen kann. So werde beispielsweise in Homberg aktuell eine gezielte Trassenverdichtung umgesetzt, wodurch aktive Anschlüsse deutlich schneller realisiert werden können. Auch im Bezirk Rheinhausen soll sich der Wechsel demnach positiv auf den Ausbau für die Bürgerinnen und Bürger auswirken. Die Arbeiten in Friemersheim können parallel zu den Maßnahmen in Homberg beginnen, was den Ausbau der Glasfaserinfrastruktur insgesamt beschleunigt. Bei der Deutschen GigaNetz GmbH hätte der Ausbau in Friemersheim hingegen erst nach Abschluss der Maßnahmen in Baerl und Homberg beginnen können. Für die Bereiche, in denen keine privatwirtschaftlichen Alternativen gefunden werden können, prüft die Stadt die Möglichkeiten eines geförderten Ausbaus.
Statements der Grünen
Die Duisburger Grünen hatten den langsamen Glasfaserausbau zuletzt noch kritisiert. Sie sind deshalb zufrieden, dass die Stadt, jetzt diesen Schritt geht. Andrea Lutz von den Grünen dazu: „Endlich hat die Stadt der schlechten Planung und trägen Umsetzung Rechnung getragen und beendet die Zusammenarbeit mit GigaNetz beim Glasfaserausbau. Die Verunsicherung der Bürger*innen ist damit nicht vom Tisch, im Gegenteil. Die in unserer Anfrage gestellten Fragen bleiben bestehen und richten sich jetzt an die zukünftigen Netzbetreiber, die für manche Bereiche erst noch gewonnen werden müssen. Leider hat die Stadt hier viel zu spät reagiert.“ Oktay Tepe von den Linken ergänzt: „Wie von uns gefordert, gibt es im Februar und März endlich Informationen von der Stadtverwaltung für betroffene Bürger*innen im Duisburger Westen. Aber diese zwei festen Termine reichen bei Weitem nicht aus. Es muss umgehend jemand benannt werden, der schon jetzt ein offenes Ohr und Antworten für die Bevölkerung hat. Die Stadt muss endlich Verantwortung für ihre miserable Kommunikation übernehmen und für die Bürger*innen erreichbar sein.“