
Duisburg-Altstadt: Archäologische Spurensuche in 3D
Welche Geheimnisse schlummern noch unter dem Burgplatz? Ab Montag (09.03.) untersuchen die Stadtarchäologie Duisburg und die Universität Kiel den Boden mit einem Georadar, um ein 3D-Modell des Untergrunds zu erstellen. Welche Bereiche dafür gesperrt werden und wie das Verfahren funktioniert.
Veröffentlicht: Freitag, 27.02.2026 08:52
Unter dem Pflaster des Burgplatzes in der Duisburger Altstadt könnte bald noch mehr Duisburger Geschichte gefunden werden. Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel arbeiten gemeinsam mit der Stadtarchäologie Duisburg daran, verborgene Strukturen im Boden aufzuspüren – und das ganz ohne große Grabungen. Ziel ist es, ein dreidimensionales Bild möglicher archäologischer Strukturen im Untergrund zu erstellen. Wie die Stadt Duisburg mitteilt, werden dafür zwischen Montag, 9. März, und Mittwoch, 11. März, Teile der Flächen östlich des Rathauses bis zum Burgplatz sowie nördlich der Salvatorkirche gesperrt.
Wie die Untersuchung funktioniert
Die Forscher nutzen ein universitätseigenes Messgerät, so die Stadt. Dabei werden Radarimpulse in den Boden gesendet, um diesen „abzutasten“. Wenn sie von unterschiedlichen Schichten und Strukturen zurückprallen, entsteht ein dreidimensionales Bild des Untergrunds. So können mögliche Überreste alter Gebäude oder anderer historischer Strukturen sichtbar gemacht werden, ohne dass der Boden aufgerissen werden muss. Man spricht deshalb auch von einer Georadar-Untersuchung.
Warum gerade am Burgplatz geforscht wird
Hintergrund der Maßnahme ist ein seit September 2023 laufendes Forschungsprojekt der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Das Vorhaben wurde von der Universität Kiel gemeinsam mit der Stadtarchäologie Duisburg vorbereitet und von der DFG genehmigt. Ziel ist es, die Geschichte Duisburgs und seines Umlands von der Spätantike – also der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus – bis zum Beginn der Hochindustrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts systematisch zu erforschen.
Der Burgplatz und die Umgebung der Salvatorkirche waren schon im 10. Jahrhundert das Zentrum der Duisburger Kaiserpfalz. Frühere Grabungen brachten zwar einige Funde ans Licht, reichten aber nur punktuell und oberflächlich in die Tiefe. Mit den Georadar-Messungen hoffen die Forscher jetzt, ein vollständigeres Bild von den verborgenen Strukturen zu bekommen.
Wie uns die Stadt Duisburg mitgeteilt hat, helfen die Ergebnisse außerdem Flächen zu erkennen, die besonders wertvoll für den Bodendenkmalschutz sind So kann die Stadt in Zukunft entscheiden, wo gebaut werden kann und wo historische Spuren erhalten bleiben sollten.
Parkplatz-Sperrungen und mögliche Ausweichtermine
An den drei angesetzten Arbeitstagen (9.03.-11.03.) kommt es zu Einschränkungen im Parkraum:
- Am ersten Tag ist der beschrankte Parkplatz (Ratsparkplatz) nicht nutzbar.
- Am zweiten Tag stehen die öffentlichen Parkplätze am Burgplatz nicht zur Verfügung.
Da die Messungen ausschließlich bei trockenem Wetter durchgeführt werden können, ist ein zusätzlicher Ausweichtermine vorgesehen:11. bis 13. März. Kurzfristige Verschiebungen sind laut Stadt möglich.