
In Duisburg beteiligt sich die Schuldnerberatung im Diakoniewerk an der bundesweiten Aktionswoche „Wie komme ich an mein Geld“. Von Montag, 15. Juni 2026, bis Freitag, 19. Juni 2026, gibt es zusätzliche offene Sprechzeiten zum Thema Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto. Ratsuchende können in dieser Zeit ohne Termin vorbeikommen. Das Angebot richtet sich an Menschen, die Fragen zu Pfändungen, gesperrten Guthaben oder zur Umwandlung ihres Kontos haben. Die Beratung ist kostenfrei. Hintergrund ist, dass das P-Konto eigentlich das Existenzminimum schützen soll, es in der Praxis aber immer wieder Probleme gibt.
Offene Sprechzeiten in der Duisburger Innenstadt
Die zusätzlichen Sprechzeiten laufen laut Diakoniewerk vom 15. bis 19. Juni jeweils von 9 bis 13 Uhr. Die Schuldnerberatung befindet sich im Erdgeschoss am Burgacker 37, Eingang Köhnenstraße, in 47051 Duisburg. Eine Anmeldung ist nach Angaben des Diakoniewerks nicht nötig. Wer Unterstützung braucht, kann direkt vor Ort vorbeischauen. Telefonische Informationen gibt es unter 0203 93151-298, -214 und -297. Die Aktionswoche soll Menschen helfen, schneller an verlässliche Informationen und konkrete Unterstützung zu kommen.
Warum das P-Konto für Betroffene wichtig ist
Ein P-Konto soll dafür sorgen, dass trotz einer Pfändung Geld für den Alltag verfügbar bleibt. Dazu gehört zum Beispiel Geld für Miete, Energie, Lebensmittel oder Medikamente. Nach Angaben des Diakoniewerks kann für Menschen mit Unterhaltspflichten oder besonderen Lebensumständen auch ein höherer Freibetrag gelten. Genau dabei kommt es laut Schuldnerberatung aber immer wieder zu Schwierigkeiten. In der Pressemitteilung heißt es: „Konten werden verspätet umgewandelt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt, Guthaben blockiert...“ Das zeigt aus Sicht der Beratungsstelle, dass der gesetzliche Schutz in der Praxis nicht immer reibungslos funktioniert.
Schulden bleiben in Duisburg ein großes Thema
Wie groß das Problem ist, zeigen auch aktuelle Zahlen. Laut Schuldneratlas 2025 lebten im vergangenen Jahr rund 67.000 Menschen mit Schulden in Duisburg. Radio Duisburg hatte im November 2025 berichtet, dass Duisburg bei der Überschuldung im Ruhrgebiet bei über 16 Prozent liegt. Die Schuldnerberatung im Diakoniewerk hat nach eigenen Angaben im Jahr 2025 insgesamt 811 Menschen beraten. Das Team hilft unter anderem bei Mahn- und Vollstreckungsbescheiden, vermittelt weitere Hilfen und unterstützt auch dann, wenn bereits Post vom Gerichtsvollzieher vorliegt. Zusätzlich gibt es Beratung zur Schulden-Prävention und zur eigenen finanziellen Situation.
Forderungen an Banken und Politik
Die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände und die Schuldnerberatung im Diakoniewerk sehen beim P-Konto weiteren Handlungsbedarf. In der Mitteilung fordern sie: „Der Gesetzgeber muss den staatlichen Schutz des P-Kontos als soziales Sicherungsinstrument endlich wirksam gewährleisten.“ Genannt werden dabei unter anderem klare Standards für Banken, barrierearm erreichbare Ansprechstellen, geschultes Personal und Sanktionen bei Rechtsverstößen. Die Aktionswoche in Duisburg soll deshalb nicht nur beraten, sondern auch auf die Probleme aufmerksam machen, mit denen Betroffene im Alltag konfrontiert sind.