
Deutschlands Kommunen mit Rekorddefizit von 32 Milliarden Euro
Deutschen Städten und Gemeinden wie Duisburg fehlen 31,9 Milliarden Euro – so viel wie nie zuvor. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die Zahlen für 2025, die ein historisches Minus in den kommunalen Haushalten belegen. Besonders problematisch: Bund und Länder bieten bislang keine konkrete Unterstützung an.
Veröffentlicht: Dienstag, 07.04.2026 03:27
Deutschlands Städte und Gemeinden hatten 2025 ein Rekorddefizit von fast 32 Milliarden Euro. Das zeigen neue Daten des Statistischen Bundesamts. Die Ausgaben der Kommunen stiegen 2025 um 22,4 Milliarden Euro (5,6 Prozent). Die zusätzlichen Einnahmen von 15,3 Milliarden Euro deckten nur zwei Drittel dieser Mehrkosten. Das Defizit liegt damit 7,1 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Besonders stark wuchsen die Kosten für Jugendhilfe (8,8 Prozent) und Eingliederungshilfe (11,2 Prozent). Auch die Personalausgaben erhöhten sich um 6,5 Prozent.
Folgen: Sanierungsstau und geschlossene Einrichtungen
Wegen des Rekorddefizits müssen Kommunen Investitionen zurückfahren. Schultoiletten bleiben unbenutzbar, Schlaglöcher ungeflickt. Schwimmbäder, Sporthallen und Büchereien werden geschlossen, wichtige Sanierungen verschoben. Um ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen, müssen Städte und Gemeinden neue Kredite aufnehmen oder Steuern und Abgaben erhöhen.
Politische Brisanz: Vertrauensverlust fördert Extremismus
Studien und Wahlergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen kommunaler Finanznot und extremistischen Stimmanteilen. Das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte" fordert Sofort-Maßnahmen in Höhe von 32 Milliarden Euro jährlich, finanziert je zur Hälfte von Bund und Ländern. Sprecher Martin Murrack und Silke Ehrbar-Wulfen kritisieren: „Wir erfahren in Berlin und den Landeshauptstädten viel Verständnis, aber keine Hilfe."
Im Aktionsbündnis haben sich 73 Kommunen aus acht Bundesländern zusammengeschlossen, darunter Duisburg, Essen, Dortmund und Frankfurt am Main. In den betroffenen Städten und Kreisen leben rund zehn Millionen Menschen.