
Vor dem Amtsgericht Duisburg müssen sich vier Männer im Alter zwischen 32 und 54 Jahren verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, im Oktober 2021 einen Niederländer vor einem Bordell im Rotlichtviertel brutal zusammengeschlagen zu haben. Das Opfer erlitt dabei schwere Verletzungen im Gesicht.
Wildpinkler löst Gewalteskalation aus
Der Vorfall ereignete sich am 24. Oktober 2021 vor einem Etablissement an der Vulkanstraße. Nach Angaben der Anklage sollen die vier Beschuldigten aus Duisburg, Oberhausen und Mönchengladbach den heute 31-jährigen Niederländer durch Schläge und Tritte schwer verletzt haben. Das Opfer erlitt mehrere Gesichtsknochenbrüche. Auslöser der Attacke war offenbar eine Lappalie: Ein Wildpinkler soll vor das Auto eines der Angeklagten uriniert haben. Für den Niederländer endetet das mit schweren Verletzungen.
Opfer erkennt Täter – erinnert sich aber kaum an Details
Bei der Verhandlung erkannte der Geschädigte die vier Angeklagten im Zeugenstand als seine Angreifer wieder. Bei anderen Fragen zu dem Vorfall zeigte sich jedoch, dass sein Erinnerungsvermögen deutlich eingeschränkt ist. Die genauen Umstände der Tat konnte er nur bruchstückhaft schildern. Die vier Beschuldigten machten zu Prozessbeginn von ihrem Schweigerecht Gebrauch. Sie äußerten sich weder zu den Vorwürfen noch zu ihrer Person.
Einer der Angeklagten bereits wegen versuchten Totschlags vor Gericht
Besonders brisant: Einer der Angeklagten ist den Behörden bereits bekannt. Der 54-jährige Oberhausener arbeitete als Sicherheitskraft im Duisburger Rotlichtviertel und steht derzeit in einem Parallelverfahren vor dem Landgericht. Dort wird ihm in einem ähnlich gelagerten Fall versuchter Totschlag vorgeworfen. Für das Verfahren vor dem Amtsgericht Duisburg sind noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Dann wird sich zeigen, ob die Richter die Männer der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung für schuldig befinden.