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Böllerverbot in Duisburg? Das sagen die Duisburger
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Böllerverbot in Duisburg? Das sagen die Duisburger

Private Feuerwerke, ja oder nein? Nach Silvester flammt die altbekannte Debatte wieder auf. Wir haben die Duisburger und Duisburgerinnen nach ihrer Meinung gefragt.

Veröffentlicht: Dienstag, 06.01.2026 15:01

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Die Debatte um ein Verbot privater Feuerwerke gewinnt in Deutschland weiter an Fahrt. Das von der Deutschen Umwelthilfe initiierte Bündnis #Böllerciao hat dem Bundesinnenministerium gestern (05.01.) eine Liste mit einer Million Unterschriften, die ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot von privater Pyrotechnik fordern. Weitere Millionen Menschen unterstützen ähnliche Petitionen.

Hintergrund der Forderungen sind nicht nur Umwelt- und Tierschutz, sondern auch Sicherheitsbedenken. Wie in vielen Städten kam es an Silvester wieder zu gezielten Angriffen auf Einsatzkräfte – auch in Duisburg. So wurde auf der Grillostraße in Marxloh wurde ein Feuerwehrmann mit einem Böller beworfen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Auf der Weseler Straße wurden Polizisten während eines Feuerwehreinsatzes gezielt mit Raketen beschossen. Und in Hochheide warf ein 25-Jähriger einen Böller auf ein fahrendes Auto und traf dabei einen zivilen Streifenwagen. 

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Duisburger Stimmen zum Böllerverbot

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In Duisburg sind die Meinungen zu einem Böllerverbot geteilt. Hans (60) aus Buchholz betont die Notwendigkeit besserer Kontrollen: „Man sollte die Sache kontrollierter angehen. Böller sollten nicht zu früh verkauft werden, und vor allem sollten Jugendliche nicht so leicht drankommen.“

Für Faouzi (53) aus Stadtmitte denkt vor allem an Umwelt und Müll. Er hält ein Böllervrbot für sinnvoll, sieht aber auch die Chance, Silvester geneinschaftlicher zu gestalten. „Statt wildem Feuerwerk könnte die Stadt auch eine große Silvesterparty für alle veranstalten – mit Musik, Ständen und günstigem Essen. So kämen die Menschen zusammen.“ 

Ähnlich argumentiert Dirk (70) aus Duissern: „Wir setzen uns das ganze Jahr über für die Umwelt ein – und in einer Nacht wird alles wieder zerstört. Deshalb bin ich grundsätzlich für ein Böllerverbot.“

Die junge Duisburgerin Selin (20) aus Neudorf sieht die Tradition: Bei ihr gehört Raclette und ein wenig Böllern einfach zu Silvester dazu. Ein generelles Verbot wäre ihr zu streng, wichtiger sei es, auf Bewusstsein und Vorsicht zu setzen und die Folgen des Feuerwerks im Blick zu behalten.

Auch Robert wünscht sich einen Mittelweg. Früher ein großer Feuerwerksfan, hält er öffentliche, von der Stadt organisierte Feuerwerke für sinnvoll. So könnten Risiken für Menschen und Tiere minimiert werden.

Dem stimmt auch Hapreet (24) aus Neudorf zu. „Ich würde mir wünschen, dass die Stadt ein gemeinsames Feuerwerk organisiert, damit nicht jeder selbst böllert und kein unnötiges Geld verschwendet wird.“

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Stadt Duisburg verzichtet bisher auf Böllerverbotszonen

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Zu Silvester 2025/26 gab es in Duisburg keine stadtweiten Böllerverbotszonen. Einzige Ausnahme war das Gebiet rund um den Zoo, wo das Böllern zum Schutz der Tiere untersagt war. Die Stadt Duisburg verzichtet bislang auf lokale oder stadtteilbezogene Verbote, da nach Einschätzung der Verwaltung solche Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt hätten. Angriffe auf Passanten, Rettungskräfte und Polizisten hätten sich in den vergangenen Jahren über das gesamte Stadtgebiet verteilt, einzelne Verbotszonen würden das Problem nur verlagern, so die Einschätzung der Behörden.

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