
Autofahrerin erfasst in Dinslaken drei Schulkinder - Hinweise auf medizinischen Notfall
Nach dem tödlichen Unfall in Dinslaken mit zwei verstorbenen Zwölfjährigen richten sich die Ermittlungen zunehmend auf einen möglichen medizinischen Notfall der Autofahrerin. Die genaue Ursache ist aber weiter unklar.
Veröffentlicht: Donnerstag, 28.05.2026 07:08
Nach dem schweren Unfall mit zwei toten Kindern in Dinslaken prüfen die Ermittlungsbehörden, ob ein internistischer Notfall der Autofahrerin zu dem Zusammenstoß geführt haben könnte. Darauf deuten Berichte der Deutschen Presse-Agentur und der „Rheinischen Post“ hin. Eine abschließende Bestätigung dafür gibt es bislang nicht.
Ermittlungen zur Unfallursache laufen
Der Unfall hatte sich am Mittwochmorgen kurz vor Schulbeginn gegen 7.45 Uhr auf der Hagenstraße ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen kam eine 47 Jahre alte Frau mit ihrem Auto von der Fahrbahn ab und fuhr in eine Gruppe von drei Jungen auf Fahrrädern. Die Kinder waren offenbar auf dem Weg zu einer nahe gelegenen weiterführenden Schule, nach Angaben der „Rheinischen Post“ zum Otto-Hahn-Gymnasium.
Zwei der Jungen, beide zwölf Jahre alt, wurden bei dem Aufprall so schwer verletzt, dass sie später im Krankenhaus starben. Ein dritter Zwölfjähriger erlitt leichte Verletzungen. Auch die Autofahrerin wurde schwer verletzt.
Medizinischer Hintergrund rückt in den Fokus
Zur Ursache des Unfalls hatten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine näheren Angaben gemacht. Vor Ort hieß es lediglich, nach bisherigem Stand spreche nichts für eine absichtliche Tat.
Im Laufe des Tages verdichteten sich dann Hinweise auf eine mögliche medizinische Ursache. Die dpa berichtete, ein internistischer Notfall könne Auslöser des Unfalls gewesen sein. Die „Rheinische Post“ schrieb zudem, die 47-Jährige habe nach Informationen der „Bild“-Zeitung ein medizinisches Gerät getragen, das ihre Herzaktivität kontinuierlich überwacht. Dem Bericht zufolge soll sie zudem bereits im vergangenen Jahr einen Unfall verursacht haben, nachdem sie während der Fahrt einen Ohnmachtsanfall erlitten habe.
Ob diese Hinweise zutreffen und in direktem Zusammenhang mit dem aktuellen Unfall stehen, ist bislang offen. Die Polizei prüft nach RP-Informationen, ob ein solcher medizinischer Zwischenfall auch diesmal vorgelegen haben könnte.
Spezialteam sichert Spuren
Die Staatsanwaltschaft Duisburg übernahm die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang. An der Unfallstelle kam ein spezialisiertes Unfallaufnahmeteam zum Einsatz. Die Straße wurde weiträumig abgesperrt, Spuren wurden gesichert und der Ablauf des Geschehens rekonstruiert.
Nach Angaben eines Polizeisprechers war das Fahrzeug nach der Kollision mit den Kindern noch in drei geparkte Autos geschleudert worden, die ebenfalls erheblich beschädigt wurden. Zunächst war deshalb auch über eine möglicherweise nicht angepasste Geschwindigkeit gesprochen worden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht inzwischen jedoch vor allem die Frage, ob die Fahrerin aus gesundheitlichen Gründen die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.
Betreuung für Mitschüler und Zeugen
Der Unfall hat in Dinslaken tiefe Betroffenheit ausgelöst. An der Unfallstelle erinnern inzwischen Blumen und Kerzen an die beiden getöteten Jungen. Mitschüler, Lehrkräfte und Zeugen werden psychologisch und seelsorgerisch betreut.
Dinslakens Bürgermeister Simon Panke erklärte nach Angaben der „Rheinischen Post“, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte würden unter anderem durch Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Seelsorge begleitet. Auch Augenzeugen könnten Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen.
