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Ein beleuchtetes Schild zeigt in roter Schrift auf weißem Grund das Logo der Musikvereinigung Duisburg West
© Radio Duisburg
Bisher an der Schwarzenberger Straße zuhause: Die Musikvereinigung Duisburg West.
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Aus Brandschutzgründen: Musikvereinigung Duisburg West sucht neues Vereinsheim

43 Jahre lang waren die Hobby-Musiker in ihrem Vereinsheim an der Schwarzenberger Straße in Duisburg-Rheinhausen. Ohne Vorankündigung bemängelt die Stadt Fluchtwege und kündigt dem Verein. Warum sind die Mängel der Stadt über vier Jahrzehnte entgangen?

Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2026 04:12

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Es ist ein richtig uriges Vereinsheim: Holzvertäfelte Wände mit unzähligen Urkunden und Pokalen, die den Verein und seine Mitglieder bis in die 80er Jahre zurück auszeichnen. In der Ecke stehen die Stühle aufeinandergestapelt und im Nebenraum ist eine kleine Küche. Seit 43 Jahren ist das die Heimat der Musikvereinigung Duisburg West, die hobbymäßig Orchestermusik macht. Mitte März wurde dem Verein aber ohne Vorahnung die Nutzung untersagt und das ausgerechnet von der Stadt Duisburg.

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Brandschutz ist Schuld

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Als Grund dafür gibt die Stadt an, dass nicht die aktuellen Brandschutzanforderungen erfüllt sind. Nicht etwa wegen der Holzvertäfelungen, sondern wegen der Fluchtwege. Neben dem Eingang, einer Kellertreppe, gibt es nur einen kleinen Schacht, der auf Bauchhöhe etwa anfängt und durch den im Notfall herausgekrochen und -geklettert werden muss. Verwunderlich daran ist allerdings, dass die Stadt diesen offensichtlich schlechten Fluchtweg in 40 Jahren nicht bemängelt hat. Auf Anfrage, wie das Kommen konnte, teilt die Stadt uns mit: "Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich nicht abschließend sagen, warum die Sicherheitsmängel bislang unentdeckt geblieben sind. Wir gehen der Angelegenheit jedoch sorgfältig nach". Dass der Verein raus muss, trifft die Musiker daher besonders hart.

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Eine Klappe, die etwa auf Bauchhöhe ist, steht geöffnet da und soll im Notfall als Fluchtweg dienen.
© Radio Duisburg
Dieser Fluchtweg erfüllt nicht die aktuellen Anforderungen, wie der Stadt nach über 40 Jahren auffällt.
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Trotzdem zeigt der Verein Verständnis für die Begründung der Stadt. Niemand will die Mitglieder in Gefahr bringen, so der Geschäftsführer Thomas Sefzig und dass dieser Mangel offensichtlich Bestand hat, da brauche man gar nicht drüber zu reden. Die Kurzfristigkeit und dass sich nicht mit den Beteiligten zusammengesetzt wurde sind es, die den Hobbymusiker stören. Neben der Musikvereinigung sind auch noch ein Fanclub des Handballvereins OSC Rheinhausen und eine Punkband betroffen, die ihre Räumlichkeiten direkt nebenan haben. Thomas Sefzig versteht nicht, warum nicht alle beteiligten an einen Tisch geholt wurden, sondern am 13. März per Mail informiert worden sind, dass die Räume bis zum 31. desselben Monats leer sein sollen.

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Kompromiss zum Übergang

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Auf Initiative der Musikvereinigung dürfen die Habseligkeiten aus immerhin 43 Jahren Vereinsgeschichte zunächst vor Ort bleiben bis neue Räumlichkeiten gefunden wurden. Auch wenn es wehtut, die alte Heimat, in der viele Geschichten stecken, zu verlassen, blickt der Verein jetzt nach vorne. Die Stadt hat sich laut eigener Aussage auch schon mit Kulturschaffenden in Kontakt gebracht und hilft bei der Suche. Der Verein möchte sich aber keine Zeit lassen, schließlich sind in diesem Jahr schon viele Feste, Vereinsabende und Vorstandssitzungen geplant, und freut sich daher über jedes Angebot, das am besten in Rheinhausen liegt. Auf deren Website stehen die Kontaktdaten. Konkret werden etwa 50 bis 60 Quadratmeter große Räumlichkeiten gesucht, die nicht allzu teuer sein sollen, denn so groß ist das Budget des Vereins nicht. Aber alle Ideen werden erstmal dankend angenommen.

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