
Apothekensterben in Duisburg: 22 Standorte in zehn Jahren verloren
Die Zahl der Apotheken in Duisburg ist weiter rückläufig. Ende 2025 versorgen noch 79 Apotheken die Stadt – zehn Jahre zuvor waren es noch 101. Auch in den Nachbarstädten Essen, Düsseldorf, Oberhausen und Mülheim setzt sich der Trend fort.
Veröffentlicht: Freitag, 10.04.2026 10:49
Im Kammerbezirk Nordrhein, der die Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln umfasst, sank die Zahl der öffentlichen Apotheken zum 1. April 2026 auf 1.893. Sieben Schließungen stehen vier Neueröffnungen gegenüber. "Dieser Trend ist nicht neu, sondern hält seit mehr als 25 Jahren an", erklärt Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein.
In den vergangenen 15 Monaten verlor die Region insgesamt 47 Apotheken – ein Rückgang von 2,4 Prozent. In Duisburg gab es Ende 2025 79 Apotheken, Ende 2020 waren es noch 90 Apotheken. Am 31.12.1025 waren es noch 101 Apotheken.
Versorgungssicherheit zunehmend gefährdet
Dr. Stefan Derix, Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein, warnt vor den Folgen: "Jede einzelne Schließung schwächt die Versorgungssicherheit. Die Wege – insbesondere im Nacht- und Notdienst – werden länger." Aktuelle Untersuchungen zeigen zwar, dass derzeit noch in jeder Gemeinde in Nordrhein-Westfalen mindestens eine Apotheke existiert. Wie lange das so bleibt, sei jedoch ungewiss.
Apothekerinnen und Apotheker protestierten zuletzt bundesweit gegen steigende Belastungen und die Gefährdung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung.
Kammer fordert Erhöhung des Fixhonorars
Die Apothekerkammer appelliert an die Politik, die im Koalitionsvertrag zugesagte Erhöhung des Fixhonorars umzusetzen. "Apotheken sind keine Kostenstelle, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung", betont Hoffmann. Einsparungen gefährdeten die Sicherheit der Patientinnen und Patienten. Gerade junge Kolleginnen und Kollegen bräuchten verlässliche Signale, dass sich die Übernahme oder Gründung einer Apotheke auch künftig lohnt.