
Vor dem Landgericht Duisburg hat heute (11.2.) ein Verfahren gegen einen 38-jährigen Mann begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfache Vergewaltigung, Körperverletzung und Betrug vor. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.
Zwei Wochen in Ruhrort: Missbrauch einer Schutzbefohlenen
Im März 2021 soll der Mann eine geistig behinderte Frau aus Brandenburg in seiner Wohnung in Ruhrort aufgenommen haben. Die beiden hatten sich zuvor im Internet kennengelernt. Die Frau steht unter rechtlicher Betreuung. Während des zweiwöchigen Aufenthalts soll der 38-Jährige die Frau mindestens sechs Mal vergewaltigt und bei acht Gelegenheiten geschlagen haben. Zusätzlich soll er ihr vorgegaukelt haben, Geld für eine gemeinsame Zukunft zu benötigen – und so insgesamt 5000 Euro von ihr ergaunert haben.
Angeklagter bestreitet alle Vorwürfe
Der Mann wies vor Gericht alle Anschuldigungen zurück. Es habe lediglich einvernehmlichen Sex gegeben, Gewalt habe es nicht gegeben, so seine Darstellung. Das Verfahren hatte bereits im Oktober 2025 begonnen, musste aber ausgesetzt werden, weil ein Richter für längere Zeit ausfiel. Nun wird der Prozess am Landgericht am König-Heinrich-Platz fortgesetzt.
Vorbestraft wegen Körperverletzung mit Todesfolge
Besonders brisant: Die Taten sollen sich während eines laufenden Verfahrens ereignet haben. Im Mai 2021 verurteilte das Landgericht Essen den 38-Jährigen wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Haft. Seine damalige Lebensgefährtin hatte die vielfachen Misshandlungen nicht überlebt.
Für den aktuellen Prozess sind bis März noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt.