
Duisburg gehört laut der neuen NRW-Studie zu den Städten mit einem besonders dichten Glücksspiel-Angebot. Zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden in Duisburg 88 Spielhallenkonzessionen, 70 Spielhallenstandorte und insgesamt 1.529 Geldspielgeräte erfasst. Davon standen 938 Geräte in Spielhallen und 591 in Gaststätten. Rechnerisch kam damit in Duisburg ein Geldspielgerät auf nur 328 Einwohnerinnen und Einwohner. Das ist deutlich dichter als in der typischen Kommune in NRW, wo der Median bei 596 Einwohnern pro Gerät liegt. Auch bei den Spielhallenkonzessionen liegt Duisburg besonders weit vorne.
Spielhallen, Gaststätten und Wettstellen in Duisburg
Die Studie zeigt nicht nur viele Geldspielgeräte, sondern auch weitere Glücksspielangebote in Duisburg. In der Stadt gab es zum Stichtag 74 Lottoannahmestellen und 32 Wettvermittlungsstellen. Das bedeutet: Eine Wettvermittlungsstelle kam rechnerisch auf 15.650 Einwohnerinnen und Einwohner. Auch zwei Buchmacher und eine Spielbank wurden für Duisburg erfasst. Im landesweiten Vergleich wird damit deutlich, dass Glücksspiel in Duisburg an vielen Stellen des Alltags sichtbar und erreichbar ist. Gerade die hohe Zahl an Geräten in Gaststätten gilt aus Sicht der Suchtprävention als besonders sensibel, weil dort der Zugang niedrigschwellig ist.
Hilfe bei Glücksspielsucht fehlt in Duisburg spezialisierten Angaben zufolge vor Ort
Besonders auffällig ist in Duisburg das Verhältnis von Angebot und Hilfe. Die Studie führt für Duisburg keine Beratungsstelle mit glücksspielspezifischem Angebot vor Ort auf. Gleichzeitig gab es im Jahr 2025 aber zwei Beratungsstellen mit mindestens einer Betreuung zu problematischem Glücksspiel. Das heißt: Hilfe ist in Duisburg zwar grundsätzlich da, aber nach der Systematik der Studie nicht als spezialisiertes Angebot direkt ausgewiesen. Genau dieses Missverhältnis zwischen dichter Verfügbarkeit und begrenzter Hilfe ist ein zentraler Kritikpunkt der Untersuchung.
Duisburg-Zahlen zeigen auch hohe Spielerverluste
Nach der Hochrechnung der Studie verloren Spieler in Duisburg an Geldspielgeräten in Spielhallen innerhalb eines Jahres rund 37 Millionen Euro. Diese Zahl ist kein exakter Kassenstand aller Betriebe, sondern eine modellhafte Berechnung auf Basis der erfassten Gerätezahl und durchschnittlicher Kasseninhalte. Trotzdem zeigt sie, welche Größenordnung hinter dem lokalen Markt steckt.